Sacrales vom geistlich Geläuterten

Simon Vouet, Maria MaddalenaDem Musikliebhaber ist Giovanni Girolamo Kapsberger (um1581-1651) heutzutage hauptsächlich durch seine außergewöhnlichen Stücke für Chitarrone bekannt, doch komponierte er im Rahmen seiner Anstellung bei Kardinal Francesco Barberini, auch zahlreiche weltliche und geistliche Vokalwerke. Giovanni Girolamo Kapsberger wurde als Sohn einer deutschen Adelsfamilie in Venedig geboren. Auf Grund seiner Virtuosität auf Laute, Gitarra und Theorbe hatte er den Namen „il Tedesco della tiorba“ Sein Stil hat noch viele Renaissanceeinflüsse, so wie man es immer noch bei Monteverdi finden kann. Im Alter von 24 Jahren veröffentlichte er sein Libro primo d'intavolatura di chitarrone (1604), das seine erstaunliche Fertigkeit auf diesem Instrument unter Beweis stellt. Als talentierter Virtuose auf der Laute und dem unlängst erfundenen Chitarrone oder der Theorbe wurde er schnell bekannt. 1604 oder 1605 ging der junge „nobile alemanno“ nach Rom, und sich unter dem Namen Giovanni Geronimo Tedesco della Tiorba bald einen Namen machte. Er schuf Werke für verschiedene Besetzungen, und auch geistliche Vokalwerke wie Messen und Oratorien und eine Vertonung von Gedichten des Papstes Urban VIII., Poematia et carmina composita à Maffaeo Barberino. Maffaeo Barberino, der als Kardinal nach einem schwierigen Konklave am 6. August 1623 zum Papst gewählt wurde. Das Leben von Giovanni Girolamo Kapsberger war sehr an diesen Papst gekoppelt. Auch in Liebesbelangen war der päpstliche Hofstaat nicht zimperlich. Davon handelt auch die aus dem Barberini-Umkreis überlieferte Musik von Giovanni Girolamo Kapsperger, die Amor profano und sacro in allen ihren Ausprägungen besingt, von der Schönheit der Geliebten ebenso schwärmt wie sie über das Leid des Liebenden klagt oder, geistlich geläutert, in zerknirschte Reue versinkt und Gott inbrünstig um Vergebung anfleht. Bei den Zeitgenossen stand Giovanni Girolamo Kapsberger als Komponist in hohem Ansehen und wurde mit Claudio Monteverdi verglichen.

Virgil Hartinger Tenor
Delirio Amoroso
Ana Zauner-Pagitsch Tripelharfe
Hans Brüderl Laute,Barockgitarre
Bernd Geißelbrecht Orgel

Das Ensemble Delirio Amoroso, liebevoller Wahnzustand, widmet sich der frühbarocken Musik mit Harfe aus dem 16. bis frühen 18. Jhrhundert, anhand von möglichst der Harfe nahen Traktaten mit der Auswahl stilistisch oder zeitgleicher Werke, und deren Übertragung auf das Continuo.

Virgil HartingerVirgil Hartinger, gebürtiger Salzburger wurde in seinem musikalischen Elternhaus schon früh an klassisches und barockes Vokalrepertoire herangeführt. Mittlerweile ist er ein gefragter Solist und sein Repertoire umspannt eine Fülle von Stilen und Fächern, von der Renaissance bis zu zeitgenössischen Kompositionen.
Nach dem Abschluß am Mozarteum in Salzburg, führte sein Weg in die USA an die Eastman School of Music und das Oberlin Conservatory. Er traf auf viele bedeutende Künstlerpersönlichkeiten wie Thomas Hampson, Ernst Haefliger, Richard Miller, Hartmut Höll, arbeitete mit Richard Goode, Martin Isepp, Ignat Solzhenitsyn, Benita Valente, Jamie Laredo, Roy Goodman, Alain Planes, Helmut Müller-Brühl, Peter Neumann, Paul O’Dette, Sigiswald Kuijken, Reinhard Goebel, Andreas Stoehr Roderich Kreile, Konrad Junghänel, Christophe Coin, Ton Koopman, Nicholas McGegan, Riccardo Chailly, Ivor Bolton und Thomas Hengelbrock zusammen.
Er gastierte bei vielen Festivals und Konzertsälen, bei den Salzburger Festspielen, dem Carintischen Sommer, dem Marlboro Music Festival in Vermont (USA), der Folle Journée in Nantes und Lissabon, bei den Händelfestspielen in Göttingen, beim Mozartfest Würzburg, in der Kölner-, Essener Philharmonie, der Düsseldorfer Tonhalle, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Barbican Centre in London, in der Alten Oper Frankfurt, im Grossen Saal des Mozarteum Salzburg, im Konzerthaus Wien und Berlin, im Theâtre des Champs Élysées, am Gewandhaus in Leipzig, im Prinzregententheater und Herkulessaal in München und in der Carnegie Hall.

Ana Zauner-PagitschAna Zauner-Pagitsch, neben dem Konzertfachstudium für Harfe am Mozarteum Salzburg (Diplom 1985), beginnen bereits ausgedehnte Konzerttourneen für Alte Musik in Zentraleuropa. Die logische Fortsetzung war die  Spezialisierung auf historische chromatische Harfen.
Das Repertoire von Ana versteht sich über die Original-literatur für Harfe hinaus. Die perfekten Ausgewogenheit der Stimmen virtuoser frühbarocker Werke mit der Harfe eigenen Dynamik zu krönen. Mit Solo-Programmen und als Mitglied im Continuo, folgten Auftritte in Zentraleuropa, Spanien und England.
 

Hans BrüderlHans Brüderl, Studium Gitarre und Kontrabass am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg. Studium Gitarre Konzertfach am Mozarteum Salzburg bei Prof. Mathias Seidel, 1984 Abschluss Konzertdiplom mit Auszeichnung. Seit 1986 Lehrtätigkeit am Mozarteum.
Als Lautenist Mitglied verschiedener Ensembles für Alte Musik. u.a. Salzburger Hofmusik, Marini Consort, Duo Mille Corde. Opern, Konzertprojekte, Rundfunk- und CD Aufnahmen von Orchestern wie Münchner Rundfunkorchester, Mozarteum Orchester Salzburg... Aufritte bei Festivals wie Salzburger Festspiele, Barockfest Münster, Flandern Festival, Tiroler Barocktage....

Bernd Geißelbrecht-Curriculum Vitae Geboren in Zell am See, erster musikalischer Unterricht in  Blockflöte und Klavier, später  im Fach Orgel. Studium am Mozarteum in Salzburg:  Musik- und Instrumentalpädagogik (Orgel, Klavier, Blockflöte) sowie Konzertfach Orgel bei Elisabeth Ullmann und Heribert Metzger mit Auszeichnung  absolviert. Zahlreiche Meisterkurse für Orgel.  Vertiefendes Studium „Historische Aufführungspraxis“ bei Nikolaus Harnoncourt.
Preisträger beim Internationalen Orgelwettbewerb in Kaltern – Südtirol.
Lehrtätigkeit an der Landesmusikschule Vöcklabruck sowie Organist an der Evangelischen Friedenskirche.
Rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusikpartner, u.a. mit den Ensemble  „EnAMus“  (Ensemble für Alte Musik), dem „ Paul-Hofhaimer-Consort“ Salzburg mit Konzerten in zahlreichen europäischen Ländern sowie CD-Aufnahmen mit Musik aus dem Mittelalter und der Renaissance, dem Welser Bach-Chor mit mehrfachen Uraufführungen von Ernst Ludwig Leitner.
Bernd Geißelbrecht präsentiert Orgelkonzerte u.a. zu folgenden Themen: „ Himmel und Hölle“-geistliches und teuflisches für Orgel und Violine, „ Über die Zeiten“- Jazz und Klassik für Saxofon und Orgel, „ Die golden Sterne prangen“- Abendmusik für Sopran, Violine und Orgel und das neue Programm „ Ein feste Burg ist unser Gott“- Choralbearbeitungen aus sechs Jahrhunderten anlässlich des bevorstehenden Jubiläumsjahres „ 500 Jahre Reformation“.